No autumn

Andreas Kroll

Der glimmende Docht

Die guten Auswirkungen eines geknickten Zustandes

Dieses "Geknicktwerden" ist notwenig vor der Bekehrung, damit sich der Geist einen Weg in das Herz bahnt. Er reißt allen Stolz und alle überheblichen Gedanken nieder, damit wir uns selbst erkennen, wie wir tatsächlich von Natur aus sind. Wir lieben es von uns selbst abzuschweifen, uns fremd zusein, bis Gott uns mit einem oder anderem Kreuz "knickt" und dann besinnen wir uns, kommen zu uns selbst und nach Hause, wie der verlorene Sohn (Lukas 15,17). Es ist eine erstaunlich schwere Angelegenheit, ein düsteres, wankendes Herz dazu zu bringen, dass es mit Gefühl nach Gnade schreit. Unsere Herzen, Übeltätern gleich, schreien niemals nach der Gnade des Richters, bis sie sich allen Ausflüchten gegenüber geschlagen geben müssen.

Noch einmal, dieses Geknicktwerden macht uns Menschen, die einen hohen Preis auf Christus setzen. Das Evangelium ist dann auch tatsächlich das Evangelium und dann werden uns die Feigenblätter der Moral nichts nützen. Auch macht uns es dankbarer und aus Dankbarkeit fruchtbarer in unserem Leben. Denn was macht manche so kalt und verstockt; doch deshalb weil sie durch das "Geknicktwerden" aufgrund ihrer Sünde niemals Gottes Gnade lieb gewannen? Ebenso festigt uns dieses Handeln Gottes mehr auf seinen Wegen, wenn wir auf unserem eigenen Wegen tiefschläge erfahren haben und "geknickt" wurden. Dies ist oft eine Ursache von Rückfällen und Abtrünnigkeit, weil die Menschen zuerst nie wegen Sünde gelitten haben. Sie waren nicht lange genug unter der Rute des Gesetzes. Infolgedessen ist dieses geringe Werk des Geistes, das darin besteht, "Vernunftschlüsse [zu] zerstören und jede Höhe, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erhebt" (2. Korinther 10,5), vor der Bekehrung notwenig. Und meistens ist der Heilige Geist an diesen Heimsuchungen beteiligt, um das Überzeugungswerk voranzutreiben, dass, wenn es geheiligt ist, eine heilende und reinigende Kraft hat.

Richard Sibbes, Geborgen in Ihm